Ein Passwortmanager hilft Familien, für jedes wichtige Konto ein eigenes, starkes Passwort zu verwenden. Besonders E-Mail-, Banking- und Behördenkonten sollten zusätzlich mit Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt werden. Richten Sie den Manager gemeinsam ein, legen Sie einen Notfallzugang fest und bewahren Sie Wiederherstellungscodes getrennt vom Passwortmanager auf.
Die wichtigsten Konten zuerst absichern
Beginnen Sie nicht mit allen Diensten gleichzeitig. Sichern Sie zuerst die Konten, über die sich weitere Zugänge zurücksetzen lassen oder die besonders sensible Daten enthalten:
- das gemeinsame oder persönliche E-Mail-Konto
- Online-Banking und Zahlungsdienste
- BundID, ELSTER und andere Behördenkonten
- Cloud-Speicher mit Familienfotos und Dokumenten
- Mobilfunk-, Apple-, Google- oder Microsoft-Konten
Das E-Mail-Konto hat eine besondere Bedeutung: Wer darauf zugreifen kann, kann bei vielen anderen Diensten neue Passwörter anfordern. Deshalb sollte dieses Konto ein einzigartiges Passwort und eine aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung haben.
Einen Passwortmanager auswählen und einrichten
Wählen Sie einen etablierten Passwortmanager, der verschlüsselte Tresore, sichere Synchronisierung und einen Notfallzugang unterstützt. Prüfen Sie außerdem, ob sich der Tresor auf den Geräten aller berechtigten Familienmitglieder nutzen lässt und ob wichtige Daten exportiert oder wiederhergestellt werden können.
Legen Sie anschließend ein langes Hauptpasswort fest. Es schützt den gesamten Tresor und darf deshalb nirgendwo sonst verwendet werden. Eine einprägsame Kombination aus mehreren nicht zusammenhängenden Wörtern ist meist praktischer als ein kurzes Passwort mit schwer merkbaren Sonderzeichen.
Speichern Sie das Hauptpasswort nicht als ungeschützte Notiz auf dem Smartphone. Wenn Sie es aufschreiben müssen, bewahren Sie den Zettel an einem sicheren Ort auf, zu dem nur die vorgesehenen Personen Zugang haben.
Für jedes Konto ein eigenes Passwort erzeugen
Ein Passwortmanager kann für jedes Konto ein zufälliges Passwort erstellen. Nutzen Sie diese Funktion, statt ein Familienpasswort mehrfach zu verwenden. Wird ein Dienst kompromittiert, bleiben andere Konten geschützt, wenn ihre Zugangsdaten unabhängig sind.
Für besonders wichtige Konten sollten Passwörter lang und zufällig sein. Namen, Geburtstage, Haustiere, Adressen und leicht erkennbare Familienbegriffe eignen sich nicht. Auch Varianten desselben Passworts sind riskant, weil Angreifer daraus weitere Zugangsdaten ableiten können.
Tragen Sie nach der Einrichtung die Zugangsdaten der wichtigsten Konten schrittweise in den Tresor ein. Alte oder mehrfach verwendete Passwörter ändern Sie direkt beim jeweiligen Anbieter.
Zwei-Faktor-Authentifizierung richtig nutzen
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung verlangt neben dem Passwort einen zweiten Nachweis, etwa einen Bestätigungscode, eine Authentifizierungs-App, einen Sicherheitsschlüssel oder eine Gerätebestätigung. Aktivieren Sie sie zuerst für E-Mail-, Banking- und Behördenkonten.
Wenn mehrere Verfahren angeboten werden, ist eine Authentifizierungs-App oder ein Sicherheitsschlüssel häufig zuverlässiger als ein Code per SMS. SMS kann dennoch besser sein als ein Konto ohne zweiten Faktor. Entscheidend ist, dass der zweite Faktor nicht ausschließlich auf einem einzigen Gerät vorhanden ist, das verloren gehen könnte.

Nach der Aktivierung erhalten Sie oft Wiederherstellungscodes. Diese Codes ermöglichen den Zugang, wenn das gewöhnliche zweite Gerät nicht verfügbar ist. Speichern Sie sie im Passwortmanager und zusätzlich an einem getrennten, geschützten Ort. Teilen Sie sie nur mit Personen, die im Notfall tatsächlich helfen sollen.
Familienzugang mit klaren Berechtigungen
Nicht jedes Familienmitglied braucht Zugriff auf alle Einträge. Nutzen Sie, wenn verfügbar, getrennte Tresore oder freigegebene Ordner. Gemeinsame Zugangsdaten können etwa für Versicherungen, Streamingdienste oder Haushaltskonten sinnvoll sein. Private Konten wie persönliche E-Mail- oder Gesundheitsdienste bleiben getrennt.
Legen Sie für Kinder nur die Konten frei, die sie selbst benötigen. Erklären Sie ihnen, dass ein Passwort nicht per Messenger, E-Mail oder Screenshot weitergegeben werden sollte. Ein Passwortmanager ersetzt keine Vereinbarung darüber, wer welche Konten verwalten darf.
Der Notfallplan für Verlust oder Krankheit
Ein Notfallzugang verhindert, dass wichtige Konten bei einem verlorenen Smartphone, einer Reise oder einer schweren Erkrankung unerreichbar werden. Bestimmen Sie eine Vertrauensperson und legen Sie fest, welche Informationen sie im Notfall erhalten darf.
Praktisch ist ein kurzer Familienplan mit diesen Angaben:
- Name des Passwortmanagers und verwendete E-Mail-Adresse
- Aufbewahrungsort des Hauptpassworts oder der Notfallanweisung
- Aufbewahrungsort der Wiederherstellungscodes
- Geräte oder Sicherheitsschlüssel für die Zwei-Faktor-Authentifizierung
- Hinweise zu E-Mail-, Banking- und Behördenkonten
Bewahren Sie den Plan nicht vollständig offen am Arbeitsplatz oder neben dem Computer auf. Teilen Sie sensible Angaben auf mehrere sichere Aufbewahrungsorte auf, damit ein einzelner Verlust nicht den gesamten Zugang gefährdet.
Regelmäßige Sicherheitsprüfung ohne großen Aufwand
Prüfen Sie alle paar Monate, ob wichtige Konten noch aktuell sind. Ändern Sie Passwörter sofort, wenn ein Dienst einen Sicherheitsvorfall meldet, ein Gerät verloren geht oder eine unberechtigte Anmeldung auffällt. Wiederherstellungscodes sollten nach ihrer Nutzung ersetzt werden.
Kontrollieren Sie außerdem, ob ehemalige Familienmitglieder oder alte Geräte noch Zugriff haben. Entfernen Sie nicht mehr benötigte Sitzungen, Apps und Freigaben. Bei Banking- und Behördenkonten gelten zusätzlich die Sicherheits- und Benachrichtigungshinweise des jeweiligen Anbieters.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, bietet ergänzende Hinweise zum sicheren Umgang mit Passwörtern. Entscheidend für Familien ist ein überschaubarer Ablauf: wichtige Konten priorisieren, überall einzigartige Zugangsdaten verwenden, einen zweiten Faktor aktivieren und den Notfallzugang regelmäßig testen.
Quelle: Bsi
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Quellenprüfung Sicherheitshinweis
Die Empfehlungen orientieren sich an gängigen Sicherheitsmaßnahmen und den Verbraucherhinweisen des BSI.
- Einzigartige Passwörter für wichtige Konten verwenden
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
- Wiederherstellungscodes getrennt sichern
- Notfallzugang regelmäßig prüfen
- Quelle
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
- Umfang
- Deutschland
- Aktualisiert
- 2026-09-14 14:01
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