2026-08-27 Aktuelle Nachrichten, Wirtschaft und Politik aus Deutschland.
Schüler sitzen in einem Hörsaal zusammen und diskutieren über digitale Themen.

Salzgitter: Schüler helfen bei Konflikten im Netz

Von der Redaktion Chinchilla Genetik

Mit 11 Jahren war der jüngste Teilnehmer noch deutlich jünger als viele Nutzerinnen und Nutzer der großen sozialen Netzwerke. Trotzdem beschäftigte er sich bereits mit Fragen, die im Schulalltag schnell konkret werden: Darf ein Foto ohne Zustimmung veröffentlicht werden? Welche App-Einstellungen schützen persönliche Daten? Und wie lässt sich der Druck reduzieren, ständig auf Nachrichten antworten zu müssen?

Drei Tage lang wurden Jugendliche aus Salzgitter in der Heider Jugendherberge zu MedienScoutZ ausgebildet. Nach Angaben der Stadt Salzgitter sollen sie ihr Wissen nun nicht für sich behalten. An ihren Schulen werden sie zu erreichbaren Ansprechpersonen für Mitschülerinnen und Mitschüler, die Fragen zur Mediennutzung haben oder Unterstützung beim verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Angeboten suchen.

Vom Recht am eigenen Bild bis zum Antwortdruck

Claudia Kramer von der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel und André Greco vom Team Jugend- und Demokratiebildung vermittelten Grundlagen für einen sicheren Umgang mit Social Media und dem Internet. Ein Schwerpunkt war das Recht am eigenen Bild. Dabei ging es um Persönlichkeitsrechte bei Foto- und Videoaufnahmen sowie um die praktische Konsequenz: Abgebildete Personen müssen gefragt werden, bevor ihre Bilder online veröffentlicht werden.

Weitere Einheiten widmeten sich den Sicherheitseinstellungen von WhatsApp, TikTok, Instagram und anderen Apps. Im WhatsApp-Workshop untersuchten die Teilnehmenden unter anderem Einstellungen, mit denen sich der gefühlte Zwang zu schnellen Antworten verringern lässt. Außerdem wurde besprochen, wie persönliche Daten in Chats gegenüber der KI von Meta besser abgesichert werden können.

Salzgitter: Schüler helfen bei Konflikten im Netz

Anschließend entwickelten die Jugendlichen in Kleingruppen eigene Empfehlungen. Dabei nahmen sie nicht nur soziale Netzwerke, sondern auch Spiele wie Roblox in den Blick. Der Ansatz des Workshops bestand nicht darin, einzelne Anwendungen zu verbieten. Die jungen Menschen sollten lernen, Einstellungen selbst zu prüfen und Apps an ihre eigenen Sicherheits- und Nutzungsbedürfnisse anzupassen.

MedienScoutZ werden zu Ansprechpersonen an ihren Schulen

Die ausgebildeten Schülerinnen und Schüler sollen das erworbene Wissen in ihre Schulgemeinschaften tragen. Ihre Aufgabe ist es, Fragen zu beantworten, über Chancen und Risiken digitaler Medien aufzuklären und als vertrauensvolle Ansprechpersonen präsent zu sein.

Der Ansatz setzt damit auf Beratung unter Gleichaltrigen: Wer bei einer App-Einstellung unsicher ist, sich durch Nachrichten unter Druck gesetzt fühlt oder Fragen zur Veröffentlichung eines Bildes hat, kann sich zunächst an einen geschulten Mitschüler oder eine geschulte Mitschülerin wenden. Die Stadt nennt in ihrer Mitteilung weder die genaue Zahl der ausgebildeten Jugendlichen noch einen festen Zeitplan für ihre ersten Einsätze an den Schulen.

Zum dreitägigen Aufenthalt gehörte auch Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen. Die Gruppe besuchte die Stadt, backte Stockbrot am Lagerfeuer und spielte gemeinsam. Persönliche Aussagen einzelner Teilnehmender wurden in der Mitteilung nicht wiedergegeben.

Salzgitter: Schüler helfen bei Konflikten im Netz

Diese drei Schulen sind am Projekt beteiligt

Die neuen MedienScoutZ kommen von der Gottfried-Linke-Realschule, der Hauptschule am Fredenberg und der IGS Salzgitter. Damit ist das Projekt an drei unterschiedlichen weiterführenden Schulen der Stadt vertreten.

Das Präventions- und Medienkompetenzprojekt besteht in Salzgitter seit vier Jahren. Getragen wird es von der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter. Der örtliche Präventionsrat fördert und finanziert das Angebot; weitere finanzielle Unterstützung kommt vom Verein Wir helfen Kindern und vom Land Niedersachsen.

Für die fachliche Begleitung stehen Claudia Kramer bei der Polizeiinspektion und Medienpädagoge André Greco bei der Kommunalen Kinder- und Jugendförderung der Stadt Salzgitter. Nach ihrer Ausbildung sollen die Jugendlichen nun an ihren jeweiligen Schulen informieren, Fragen beantworten und für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ansprechbar sein.

Quelle: City of Salzgitter Press Releases

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Weitere Geschichten