2026-09-16 Aktuelle Nachrichten, Wirtschaft und Politik aus Deutschland.
Ein silberner Entlüftungsschlüssel an einem weißen Heizkörper in einer deutschen Wohnung.

Heizung entlüften: So sparen Sie Energie im Herbst

Wenn Heizkörper gluckern, nur teilweise warm werden oder trotz aufgedrehtem Thermostat kühl bleiben, lohnt sich ein kurzer Check. Heizkörper entlüften, Thermostatventile freihalten und richtig lüften können helfen, Wärme gleichmäßiger zu verteilen und unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden. Arbeiten an einer Gastherme gehören dagegen nicht in Eigenregie erledigt.

Heizkörper vor der Heizperiode prüfen

Beginnen Sie mit einem Rundgang durch die Wohnung. Achten Sie darauf, ob einzelne Heizkörper ungewöhnliche Geräusche machen, nur oben oder unten warm werden oder deutlich langsamer aufheizen als andere Räume.

Ein gluckerndes oder plätscherndes Geräusch kann auf Luft im Heizkörper hindeuten. Auch ein Heizkörper, der oben kühl bleibt, während der untere Bereich warm wird, sollte genauer beobachtet werden. Wird die gesamte Fläche gleichmäßig warm, ist das ein gutes Zeichen für eine normale Wärmeverteilung.

Prüfen Sie außerdem, ob Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen den Heizkörper verdecken. Die warme Luft muss ungehindert in den Raum steigen können. Ein Sofa direkt vor dem Heizkörper oder ein langer Vorhang darüber kann die Wärmeabgabe bremsen und dazu führen, dass der Raum langsamer warm wird.

Thermostatventile freihalten und richtig einstellen

Das Thermostat misst die Temperatur in seiner unmittelbaren Umgebung. Wird es durch Möbel, Vorhänge oder Wäschestücke verdeckt, kann es eine höhere Temperatur wahrnehmen als im übrigen Raum. Dann regelt das Ventil möglicherweise früher herunter, obwohl der Raum noch nicht angenehm warm ist.

Halten Sie den Bereich um das Thermostat frei. Stellen Sie keine Gegenstände darauf und hängen Sie keine Kleidung über den Heizkörper. Ein Thermostat ist kein Ein- und Ausschalter, sondern reguliert die Wärmezufuhr abhängig von der Umgebungstemperatur.

Drehen Sie das Thermostat nicht automatisch auf die höchste Stufe. Eine höhere Einstellung beschleunigt das Aufheizen in der Regel nicht, sondern legt lediglich eine höhere Zieltemperatur fest. Welche Raumtemperatur einer bestimmten Stufe entspricht, hängt vom Thermostat und den Bedingungen im Raum ab.

Vermeiden Sie außerdem häufiges extremes Hoch- und Herunterdrehen. Eine passende, möglichst gleichmäßige Einstellung ist meist praktischer als ständig wechselnde Einstellungen. In wenig genutzten Räumen kann eine niedrigere Temperatur sinnvoll sein, solange die Räume nicht dauerhaft auskühlen.

Heizkörper sicher entlüften: die richtige Reihenfolge

Das Entlüften ist eine einfache Wartungsarbeit am Heizkörper, sofern ein geeignetes Entlüftungsventil vorhanden ist und Sie nur dieses Ventil bedienen. Legen Sie ein Tuch und ein kleines Gefäß bereit, damit austretendes Wasser aufgefangen werden kann.

1. Heizkörper vorbereiten

Drehen Sie das Thermostat vollständig auf und lassen Sie den Heizkörper kurz warm werden. Schalten Sie die Heizung anschließend aus oder warten Sie, bis der Heizkörper deutlich abgekühlt ist. So vermeiden Sie Verbrennungen durch heißes Heizungswasser.

2. Entlüftungsventil vorsichtig öffnen

Das Ventil befindet sich meist an der oberen Seite des Heizkörpers. Setzen Sie den passenden Entlüftungsschlüssel an und drehen Sie das Ventil nur vorsichtig ein kleines Stück gegen den Uhrzeigersinn. Zunächst kann Luft zischend entweichen.

Halten Sie das Gefäß unter die Öffnung und schützen Sie die Wand mit einem Tuch. Drehen Sie das Ventil nicht vollständig heraus und verwenden Sie keine Zange, wenn der Schlüssel nicht passt.

3. Sobald Wasser austritt, wieder schließen

Wenn statt Luft ein gleichmäßiger Wasserstrahl austritt, drehen Sie das Ventil wieder vorsichtig zu. Wenden Sie keine übermäßige Kraft an. Wischen Sie Spritzwasser sofort ab und prüfen Sie anschließend, ob das Ventil dicht bleibt.

Heizung entlüften: So sparen Sie Energie im Herbst

4. Funktion danach beobachten

Schalten Sie die Heizung wieder ein und kontrollieren Sie später, ob der Heizkörper gleichmäßiger warm wird und die Geräusche verschwunden sind. Bei mehreren Heizkörpern können Sie die Prüfung nacheinander durchführen.

Nach dem Entlüften kann in einer Heizungsanlage der Wasserdruck sinken. In einer Mietwohnung sollten Sie deshalb nicht eigenständig Wasser in die Anlage nachfüllen, wenn Sie die Anlage oder die Vorgaben nicht genau kennen. Fragen Sie im Zweifel die Hausverwaltung oder einen Heizungsfachbetrieb.

Richtig lüften, ohne Wärme zu verschwenden

Kurzes Stoßlüften ist im Herbst meist sinnvoller, als Fenster dauerhaft gekippt zu lassen. Öffnen Sie die Fenster für einige Minuten weit und schließen Sie sie anschließend wieder. Während des Lüftens können Sie das Thermostat vorübergehend niedriger stellen.

Ein dauerhaft gekipptes Fenster kühlt die Wandbereiche rund um das Fenster aus und kann unnötig Heizenergie verloren gehen lassen. Besonders in Räumen mit hoher Feuchtigkeit, etwa nach dem Duschen oder Kochen, sollte die feuchte Luft zeitnah nach draußen gelangen.

Lüften Sie mehrere Räume nicht unkontrolliert gleichzeitig, wenn dadurch warme Luft in kältere Bereiche strömt. Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen sollten geschlossen bleiben, damit warme und feuchte Luft nicht an kalten Oberflächen kondensiert.

Sicherheitsgrenzen: Was Sie nicht selbst erledigen sollten

Der beschriebene Eigencheck beschränkt sich auf Heizkörper, Thermostat und Lüftungsverhalten. Öffnen Sie keine Gastherme und verändern Sie keine Einstellungen an Gasleitungen, Brennern, Abgasführung oder elektrischen Bauteilen.

Bei Gasgeruch verlassen Sie den Gefahrenbereich, vermeiden Sie offene Flammen und elektrische Schalter und wählen Sie außerhalb des betroffenen Bereichs den zuständigen Notruf oder Bereitschaftsdienst. Eine Gastherme sollte ausschließlich von qualifizierten Fachleuten gewartet oder repariert werden.

Auch bei Wasser am Heizkörper, einem beschädigten Ventil, ungewöhnlich hohem Druck, wiederkehrenden Geräuschen oder sichtbaren Schäden ist fachkundige Hilfe erforderlich. In einer Mietwohnung informieren Sie zuerst die Hausverwaltung oder den Vermieter und dokumentieren Sie die Auffälligkeit möglichst mit Datum und Raum.

Wann die Hausverwaltung oder ein Fachbetrieb helfen sollte

Melden Sie sich, wenn ein Heizkörper trotz Entlüften dauerhaft kalt bleibt, nur teilweise warm wird oder die Heizung in mehreren Räumen nicht richtig arbeitet. Das gilt besonders, wenn mehrere Wohnungen im Haus betroffen sein könnten.

Ein einzelner kalter Heizkörper kann auf ein klemmendes Thermostatventil, eine Störung der Anlage oder eine ungleichmäßige Verteilung hinweisen. Ohne ausreichende Fachkenntnis sollten Sie das Ventil nicht ausbauen oder gewaltsam bewegen.

Hilfreich für die Meldung sind folgende Angaben:

  • Raum und betroffener Heizkörper
  • Stellung des Thermostats
  • Geräusche oder sichtbarer Wasseraustritt
  • Zeitpunkt des Auftretens
  • Ergebnis des vorsichtigen Entlüftens
  • weitere betroffene Räume oder Wohnungen

Die Verbraucherzentrale bietet allgemeine Informationen zu Heizen und Warmwasser. Für die konkrete Reparatur einer zentralen Heizungsanlage bleiben jedoch Hausverwaltung, Vermieter oder ein Heizungsfachbetrieb die richtigen Ansprechpartner.

Quelle: Verbraucherzentrale

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