2026-10-13 Aktuelle Nachrichten, Wirtschaft und Politik aus Deutschland.
Eine würdevolle Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Statue, die an eine Persönlichkeit erinnert.

Abschied in Hamm: Stadt erinnert an Ex-Oberbürgermeisterin Sabine Zech

Gedenken an Prof. Sabine Zech im Gustav-Lübcke-Museum

Die Stadtgesellschaft von Hamm hat in einer feierlichen Gedenkstunde im Gustav-Lübcke-Museum Abschied von ihrer ehemaligen Oberbürgermeisterin Prof. Sabine Zech genommen. Rund 200 Bürgerinnen und Bürger versammelten sich am Donnerstag, dem 17. September – dem Tag, an dem die verstorbene Politikerin ihren 86. Geburtstag gefeiert hätte –, um ihr Lebenswerk und ihren Beitrag zur Stadtgeschichte zu würdigen.

Ein politisches Vermächtnis für Hamm

Oberbürgermeister Marc Herter hob in seiner Rede die prägende Rolle hervor, die Zech für die Stadtentwicklung eingenommen hat. Unter ihrer Ägide zwischen 1984 und 1994 wurden wegweisende Projekte umgesetzt, die das moderne Stadtbild bis heute beeinflussen. Dazu zählt insbesondere die Eröffnung des Allee-Centers im Jahr 1992 sowie die Gründung der städtischen Gleichstellungsstelle. Herter betonte, dass Zech eine leidenschaftliche Politikerin mit Rückgrat war, die für ihre Überzeugungen kämpfte. Ein prägnantes Beispiel für ihre Standhaftigkeit war der Erhalt des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, bei dem sie sich gegen ihre eigene Fraktion durchsetzte, um ihre bildungspolitischen Ziele zu verteidigen. Ihr Engagement für Gerechtigkeit und Bildung bildete den Kern ihres Wirkens, das weit über ihre aktive Zeit im Rat der Stadt Hamm hinausging.

Brückenbauerin über Stadtgrenzen hinweg

Neben der lokalen Entwicklung legte Sabine Zech einen Fokus auf internationale Verbindungen. Als Oberbürgermeisterin begründete sie die Städtepartnerschaften mit Oranienburg und Kalisz. Eine besondere historische Bedeutung kommt ihrer Arbeit für die Partnerschaft mit Bradford zu. Nach der Brandkatastrophe im Jahr 1984 in der englischen Stadt setzte sie sich persönlich für eine tiefe Verbundenheit zwischen den Menschen in Hamm und Bradford ein. Die Gedenkveranstaltung wurde musikalisch von der Städtischen Musikschule Hamm begleitet. Dies war ein symbolischer Abschiedsgruß an die Verstorbene, die selbst über viele Jahre als Viola-Spielerin eng mit der Musikschule verbunden war. Auch Landesminister a. D. Dr. Christoph Zöpel, ein langjähriger Weggefährte, erinnerte an die menschliche und politische Integrität Zechs.

Abschied in Hamm: Stadt erinnert an Ex-Oberbürgermeisterin Sabine Zech

Biografische Eckpunkte und berufliche Stationen

Prof. Sabine Zech, geboren 1940 in Berlin, verband eine akademische Laufbahn mit ihrem politischen Engagement. Nach ihrem Studium in Berlin und Tübingen (1959–1964) und ihrem Referendariat beim Land Nordrhein-Westfalen (1965–1969) war sie ab 1970 in der Finanzverwaltung des Landes tätig. Von 1975 bis 2005 lehrte sie als Professorin an der Fachhochschule für Finanzen in Nordkirchen. Ihre politische Laufbahn begann 1969 mit ihrem Eintritt in den Rat der Stadt Hamm, dem sie bis 1994 angehörte. Neben ihrem Amt als Oberbürgermeisterin (1984–1994) bekleidete sie zahlreiche Funktionen innerhalb der SPD, unter anderem als Landesvorsitzende der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (1987–1994) sowie in der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen (ASJ).

Quelle: City of Hamm News

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